Italien

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    • Antonio Somma, 59, Chef einer Krankenversicherung, hat gerade einen etwas ungewöhnliche Vorschlag gemacht. Er hält einen 50prozentigen Anteil an Face Time Bourbon, einem der besten Trabrennpferde der Welt, vor einigen Wochen Sieger im Prix d’Amerique. Der Neapolitaner besitzt in seiner He-mat einen umfangreichen Rennstall, der natürlich wie weltweit alle Pferdequartiere vom Coronavirus betroffen ist. Somma will sich an den italienischen Staat wenden und fordern, dass jeder Rennstallbesitzer 1.000 Euro pro Pferd und Monat aus Finanztöpfen der Regierung bekommen solle. Zumindest so lange, wie es keine Rennen gibt. In Italien! Wo ohnehin die dortigen Besitzer noch auf die Rennpreise vom letzten Herbst warten. Dass der Wunsch von Signore Somma auf taubeOhren treffen wird, dürfte sicher sein, aber er hat einen ernsten Hintergrund. Denn die Folgen, die die derzeitige Krise auf den Rennsport haben wird, sind unabsehbar. Selbst wenn es Ende April wieder mit dem Sport losgehen könnte, was absolut unsicher ist, wird sich eine gewaltige Finanzierungslücke auftun. Der Dachverband in Köln spricht von einem „modifizierten und verdichteten Programm für die Zeit danach.“ Doch muss das bezahlt werden. Schon ist davon die Rede, dass etwa Gruppe- und Listenrennen nicht mit dem bisher vorgesehenen Preisgeld ausgetragen werden können und auch im unteren Bereich wird man den Rotstift ansetzen. Denn im Moment verlieren gerade viele Menschen in Industrie und Wirtschaft viel Geld. Dazu zählen zahlreiche Sponsoren, bei denen in naher Zukunft niemand wegen irgendwelcher Unterstützung anfragen muss.
    • Tatjana schrieb:

      Antonio Somma, 59, Chef einer Krankenversicherung, hat gerade einen etwas ungewöhnliche Vorschlag gemacht. Er hält einen 50prozentigen Anteil an Face Time Bourbon, einem der besten Trabrennpferde der Welt, vor einigen Wochen Sieger im Prix d’Amerique. Der Neapolitaner besitzt in seiner He-mat einen umfangreichen Rennstall, der natürlich wie weltweit alle Pferdequartiere vom Coronavirus betroffen ist. Somma will sich an den italienischen Staat wenden und fordern, dass jeder Rennstallbesitzer 1.000 Euro pro Pferd und Monat aus Finanztöpfen der Regierung bekommen solle. Zumindest so lange, wie es keine Rennen gibt. In Italien! Wo ohnehin die dortigen Besitzer noch auf die Rennpreise vom letzten Herbst warten. Dass der Wunsch von Signore Somma auf taubeOhren treffen wird, dürfte sicher sein, aber er hat einen ernsten Hintergrund. Denn die Folgen, die die derzeitige Krise auf den Rennsport haben wird, sind unabsehbar. Selbst wenn es Ende April wieder mit dem Sport losgehen könnte, was absolut unsicher ist, wird sich eine gewaltige Finanzierungslücke auftun. Der Dachverband in Köln spricht von einem „modifizierten und verdichteten Programm für die Zeit danach.“ Doch muss das bezahlt werden. Schon ist davon die Rede, dass etwa Gruppe- und Listenrennen nicht mit dem bisher vorgesehenen Preisgeld ausgetragen werden können und auch im unteren Bereich wird man den Rotstift ansetzen. Denn im Moment verlieren gerade viele Menschen in Industrie und Wirtschaft viel Geld. Dazu zählen zahlreiche Sponsoren, bei denen in naher Zukunft niemand wegen irgendwelcher Unterstützung anfragen muss.
      Für den WTV ist das vermutlich verlieren von Sponsor kein Problem, er hat naehmich die letzten 2 Jahre keine Neuen rekrutiert! Bis auf pferdewetten.de, wenn ich mich nicht irre!

      Der Leutgen Schmaeh zaehlt nicht!

      AUSSERDEM braucht man bei diesem Personal immer 2 um den Schade zu kompensieren!

      Wofür Kurzarbeit für Pfeiffer, wenn aus meiner Sicht 10% zuviel sind!
    • Neu

      @tatjana: Danke für Ihren Beitrag! Ihre Bedenken teile ich, den Vorschlag halte ich jedoch aus mehreren Gründen für brillant:

      1) Herr Somma zählt zu den großen Eckpfeilern und Förderern des Trabrennsports in Italien. Gerade in der Krise 2012/13 hat er an unterschiedlichen Initiativen mitgewirkt und sich massiv dafür eingesetzt, dass sich der Sport wieder stabilisiert.

      2) Als Besitzer ist er auf die monatlichen Zahlungen nicht angewiesen. Seine Verluste sind ohnedies beträchtlich: In seinem Besitz steht nicht nur Face Time Bourbon und Prix de Paris-Zweiter Tony Gio, sondern auch Elitloppet-Vorausfavorit Vivid Wise As, der jetzt, am Zenit seiner Kräfte, nicht starten darf. Umgekehrt würde man dadurch aber die Trainer unterstützten, die jetzt von Zahlungsausfällen massiv bedroht sind. Ohne Namen zu nennen, hat so eine Situation schon manch einen Spitzentrainer auch hierzulande in ärgste Bedrängnis gebracht.

      3) Ist seit der oben genannten Krise der italienische Trabrennsport so organisiert, dass die UNIRE ins Landwirtschaftsministerium eingegliedert wurde, womit die Ausschüttung von Förderungen vergleichsweise leicht als Rettungsfonds zu administrieren wären. Bekanntlich handelt es sich um eine Reaktion auf eine staatlich verordnete Maßnahme: Renn- und Trainingsverbot.

      Ganz allgemein gesprochen: In den Feuilletons spricht man davon, dass in der Corona-Krise mehr Europa gut tun würde. Übertragen bzw. heruntergebrachten auf den Trabrennensport ist die U.E.T. in der Verantwortung: Warum arrangiert man nicht ein Treffen aller Mitgliedsländer (natürlich mittels Video-Konferenz), um, wie sonst auch jährlich der Fall, den europäischen Rennkalender für 2020 völlig umzubauen? Man konterkariert den Sport, wenn einerseits große Rennen, wie der Olympiatravet oder Elitloppet zu einer besseren Golddivision nivellieren; andererseits ab August oder September sich innerhalb eines Wochenendes drei oder vier Gruppe-1-Rennen an die selben Gespannen wenden. Hier braucht es ein koordiniertes Handeln. Frau Alaviuhkolas als Doppelpräsidentin von STC und UET wäre hier gefragt. Jeder der meine Beiträge liest und hier im Forum verfolgt, der weiß, dass ich eine solche Initiative der Dame nicht zutraue. Ich lasse mich aber gerne Lügen strafen.